Kreativpause auf der Insel der Götter – BALI 2019

Für rund zweieinhalb Wochen habe ich mich in eine Kreativpause verabschiedet. Um den Kopf zur Gänze frei zu bekommen, wollte ich diese Pause in einer anderen Umgebung verbringen, genauer gesagt in Bali. Mit meinem Partner im Gepäck starteten wir dort eine Art Roadtrip. Wie unsere Roadmap aussah, was wir alles erlebt haben und ob ich diese Reisedestination weiterempfehlen würde, erfahrt ihr in den nächsten paar Zeilen. Dazu habe ich ein Interview mit mir selbst geführt:

Warum ausgerechnet Bali? Ist das nicht etwas overhyped? 
Ich las zum ersten Mal von Bali, bevor Unmengen an Influencern und Youtubern davon schwärmten. Schon bevor Selfies im Reisfeld den Instagram Feed füllten, wollte ich da hin. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist die vielfältige Umgebung, die eine Menge an unterschiedlichen Aktivitäten ermöglicht. Von Wandern über Surfen bis hin zur Safari, auf Bali kann man so zirka alles machen. Und weil ich ein Mensch bin, der maximal zwei Tage faul am Strand liegen kann, einfach perfekt. Ein zweiter großer Faktor war das facettenreiche Angebot an Yoga. Auch wenn Yoga nicht zwingend Teil der balinesischen Kultur ist, hat es sich aufgrund der Parallelen mit dem Glauben allmählich eingebürgert. Als Yogi ein schwerwiegendes Argument Bali einen Besuch abzustatten.

Wie sah eure Roadmap aus? 
Mein Partner und ich sind beide Fans davon, quer durch das Urlaubsland zu reisen statt zwei Wochen an einem Platz zu verweilen. Deshalb haben wir vorab bloß Hin- und Rückflug und die ersten beiden Nächte gebucht. Den Rest haben wir auf uns zukommen lassen. Im Nachhinein gesehen eine absolut richtige Entscheidung. Auf Bali findet man zig Homestays und Hotels, die einen Tag (oder am selben Tag) gebucht werden können. Insgesamt hatten wir 17 Tage Zeit, wobei zwei für’s Fliegen flöten gingen.

Roadmap unserer Reise auf Bali

A/I) Flughafen Denpasar – B) Sanur – C) Ubud – D) Batur – E) Jatiluwih – F) Lovina – G) Amed – H) Canggu – A/I) Flughafen Denpasar

Was war dein persönliches Highlight? 
Puh, diese Reise birgt so viele atemberaubende Momente, dass es schwer fällt, sich auf einen festzulegen. Deshalb hier mein Top 3:

Nr.1: An das Trekking auf den Vulkan (Batur) bei Sonnenaufgang denke ich unheimlich gerne zurück. Die Tatsache, dass wir uns die Besteigung mit rund 300 anderen Menschen teilen mussten, störte uns nicht. Wenn du nach einer Wanderung im Lava-Geröll mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt wirst, mit deinem Lieblingsmenschen den herrlichen Ausblick genießen kannst, während die ersten Sonnenstrahlen deine Haut küssen, dann vergisst du alles um dich herum.

Nr.2: Mit den Rädern quer durch die Reisfelder Balis düsen. Wer sich jetzt fragt, warum man bei über 30° mit dem Rad fährt, und das auch noch im Urlaub: keine Sorge, es ging nur bergab 😉 Innerhalb von fünf Stunden erkundeten wir mit unseren Drahteseln malerische Landschaften, passierten kleine Örtchen und statteten einer „echten“ balinesischen Familie einen Besuch ab. Wir konnten so nicht nur die Natur genießen, sondern auch in das waschechte Leben am Lande eintauchen.

Nr.3: Ein weitere Highlight ist für mich die balinesische Kultur an sich. Die Menschen vor Ort sind so nett und offen. Ich hatte durchaus das Gefühl, dass sie nicht nur wegen der Tatsache, dass wir Touristen mit Geld in der Tasche sind, freundlich waren. Wir hatten viele Gespräche mit Einheimischen geführt und jeder einzelne hatte eine ganz gewisse Offenheit und stets ein Lächeln im Gesicht. Ich bewundere ebenfalls, wie gläubig die Menschen auf Bali sind und wie sehr sie hinter ihrer Religion stehen.

Gab es auch negative Erfahrungen? 
Wie es der Hinduismus auf Bali so schön beschreibt: Es gibt kein Gut ohne Böse und umgekehrt. Das war auch in unserem Urlaub der Fall. Zufälligerweise waren wir zwei Nächte in einer Unterkunft direkt neben einem Tempel. Und zufälligerweise wurde während unseres gesamten Aufenthalts der Vollmond zelebriert. Mit zelebrieren meine ich nicht still und heimlich vor sich hin beten. Ich meine eine richtige Party, fast ein kleines Festival. Die Lautstärke der Zeremonie störte mich nicht wirklich. Was mich jedoch „etwas“ störte war das Abschlachten eines Schweins ein paar Meter neben uns. Um 2 Uhr morgens. Noch nie hatte ich den Kabelsalat meiner Kopfhörer so schnell entwirrt, das schwöre ich.

Würdest du wieder nach Bali reisen? 
Normalerweise reise ich nicht öfter als einmal in ein Land, aber Bali hat definitiv Lust auf mehr gemacht. Sollte ich wieder mal die Reise dort hin antreten, dann würde ich einen Yoga Retreat machen.

Gibt es etwas, dass du dir von der Reise mitnehmen konntest?
In den zweieinhalb Wochen ist mir wieder bewusst geworden, wie schnell unsere Uhren – vor allem in Europa – ticken. Täglich hanteln wir uns von einer Aufgabe zur nächsten, sprinten von Termin zu Termin. Als Resultat verlieren wir den Blick für die einfachen Dinge im Leben. Für die Dinge, die kostenlos sind. Wie zum Beispiel unsere wunderschöne Natur. Es fällt uns bzw. mir mittlerweile schwer, mal für eine Sekunde nichts zu tun und unproduktiv zu sein. Würde wir öfter inne halten, raus in die Natur gehen, und das genießen was vor unserer Nase ist, wären wir alle etwas entspannter und könnten das Leben mehr genießen. Denn wir haben ein verdammt gutes Leben hier.

Vielen Dank für das Interview Carmen.
Gerne, Carmen!

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick unsere Reise geben. Und für alle, die noch mehr wollen, hier folgen ein paar unserer Erinnerungsfotos.

Kleiner Bonus für alle Foto-Freaks: Diesen Urlaub habe ich es mir vorgenommen mit einem einzigen Objektiv auszukommen. Meine Entscheidung fiel auf das Sigma Art 20mm f1.4. Diese wunderbare Linse birgt unheimliches Potential, welches ich auf diesem Trip etwas näher entdecken konnte.