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Wenn’s mal zu viel wird – wie ich mit Stress umgehe
Während ich diese Zeilen hier schreibe, spüre ich, trotz meiner unglaublichen Müdigkeit, eine innere Unruhe. Mein Körper möchte sich schlafen legen, mein Geist jedoch To-Do-Listen abarbeiten. Der aktuelle Zustand lässt sich mit “Mir ist gerade alles ein bisschen zu viel” perfekt beschreiben. Nichts tragisches, aber einfach eine herausfordernde Zeit. Dennoch möchte ich so schnell wie möglich etwas dagegen tun, um die sich anbahnende Abwärtsspirale zu stoppen. Nach fast 29 Jahren auf dieser Erde habe ich ein paar Tricks angeeignet, die mir in stressigen oder unangenehmen Zeiträumen wieder auf die Beine helfen. Und da ich weiß, dass jede einzelne Person, die das hier liest, ebenso herausfordernde Zeiten durchmacht, möchte ich mit diesem Beitrag aufzeigen, wie ich mit Stress umgehe.

Kleine Serotonin-Booster

“Serotonin beeinflusst und reguliert die Stimmung, den Antrieb und vermittelt Entspannung und Wohlbefinden. Deshalb wird Serotonin oft auch als „Glückshormon“ bezeichnet. Zudem fördert Serotonin den Schlaf.”*

Für viele bestimmt nichts Neues. Auch ich weiß, wie essentiell Serotonin für mein Wohlbefinden ist. Da vor allem in stressigen Phasen Tätigkeiten, die zur Ausschüttung des “Glückshormons” führen, zu kurz kommen, ist es umso wichtiger, sich darauf zu konzentrieren.

Wie ich das mache? Ich gehe in mich und zähle Dinge auf, die mir Freude bereiten. Egal ob Kartenspielen mit Freunden, ein leckeres Frühstück genießen, Laufen bei Sonnenuntergang, Lieblingsserie schauen, das frisch geborene Fohlen vom Nachbarn beobachten oder einfach nur einen Kakao trinken. Es müssen keine riesigen Projekte sein, kleine “Serotonin-Booster” für zwischendurch reichen aus. Nun versuche ich meine aufgezählten Aktivitäten in meinen Alltag zu integrieren. Nach ein paar Tagen merke ich bereits, wie mein tristes Weltbild etwas mehr Farbe erhält.

*Quelle: https://www.dr-willi.de/2018/03/serotoninmangel/

Das Blitz-Tagebuch

Was wir abends denken, hat einen riesigen Einfluss auf unseren Schlaf. Ich persönlich denke zu viel. Viel zu viel. Und so verfolgen mich meine (meist negativen) Gedanken bis ins Bett. Im Laufe der Jahre habe ich mir eine Methode angeeignet, um aus dem “ach so miesen Tag” das beste herauszupicken und meine Vorfreude auf den Morgen anzukurbeln.

Dafür zähle ich vor dem Schlafengehen folgende Punkte auf:

  • 3 Dinge, die mir heute Freude bereitet haben?
  • 3 Dinge, für die ich heute dankbar bin
  • 3 Dinge, auf die ich mich morgen oder allgemein freue

Diese Routine hat mich bereits mehrmals aus meiner negativen Gedankenspirale gezogen. Denn das Hirn ist, evolutionsbedingt, so programmiert, dass wir uns auf Negatives (früher Feinde wie zB Bären vor der Höhle) verstärkt konzentrieren und darauf reagieren. Etwas unnütz im 21. Jahrhundert, da so die positiven Erlebnisse untergehen. Mit diesem Tagebuch kann man das Hirn allerdings etwas austricksen und den Fokus auf seine persönlichen Glücksmomente setzen.

PS: Glücksmomente = Freude = Serotonin = guter Schlaf

Ich verwende zum Beispiel Buch wie dieses hier**.

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Eigene Grenzen erkennen und setzen

“Wer Nein zu anderen sagt, sagt Ja zu sich selbst”. Dieser Spruch bewahrheitet sich in herausfordernden Situationen besonders. Ich weiß, Nein zu sagen kann, vor allem als hilfsbereiter Mensch unglaublich schwierig sein.

Ich versuche dennoch mit dem Wort “Nein” meine eigenen Grenzen zu setzen, um auf mich selbst zu achten. Das heißt konkret: Wenn mein Kalender ohnehin schon voll ist, nehme ich keine weiteren Fotoshootings an. Wenn mir ein unangenehmes privates Treffen bevorsteht, das mir bloß Energie rauben würde, sage ich es ab. Wenn das Foto noch nicht zu 100% perfekt ist belasse ich es dabei und trete meinen Perfektionismus in die Tonne.

Natürlich heißt das nicht, dass man alles absagen soll um alleine Zuhause zu sitzen. Die wertvolle Zeit sollte einfach mit Tätigkeiten verbracht werden, die Freude bereiten. Hier geht es um die Achtung eigener Grenzen, um Selbstliebe.

Strukturierte Tagesplanung

Vor allem als UnternehmerIn ist eine strukturierte Tagesplanung essentiell. Und wenn der Kalender aus allen Nähten platzt (und meine Nerven quasi nicht mehr vorhanden sind), plane ich noch gründlicher und bedachter. Mit ausreichend Zeit für einzelne Projekte, Erholung und Selfcare.

Wie ich meine Wochen genau plane würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Folgendes kann ich jedoch verraten: Montag ist mein Planungstag. Dort gehe ich die kommende Woche Punkt für Punkt durch. An welchem Wochentag steht was an? Wann muss ich wo sein? Welche Vorbereitungen erfordern die einzelnen Termine? Welche Aufträge müssen bis wann fertig sein? Welche Zahlungen sind ausständig? Habe ich genügend Me-Time (Serotonin-Booster!) eingeplant?

Ich gehe also sehr ins Detail und breche jeden einzelnen Tag in To-Do-Listen runter. Alleine die Tatsache, dass ich alles so gut geplant habe, gibt mir ein beruhigenden Gefühl und lässt mir etwas mehr “Luft zum atmen”.

Auszeit vom Alltag

Manchmal ist räumlicher Abstand die beste Methode um Energie zu tanken. Sollte es zeitlich möglich sein und sich das Arbeitstier in mir bändigen lassen, verabschiede ich mich in eine kurze Pause. Ab und zu nur für ein paar Stunden, vereinzelt aber auch mehrere Tage.

Mir persönlich hilft der Tapetenwechsel sehr, meine innere Unruhe zu besänftigen. Andere Umwelt, Gerüche, Menschen, Speisen. Hauptsache raus aus dem Alltag.

Komfortzone verlassen und Neues wagen

“Wann habe ich zum letzten Mal was zum ersten Mal gemacht?” Immer wenn ich mir diese Frage stelle, fällt mir auf, wie wenig Neues ich wage und wie fleißig ich mich in meinem Hamsterrad abmühe. Ich spreche hier von keinen neuen Herausforderungen die den Job betreffen, sondern der Erweiterung des Freizeits-Horizonts.

Wie wäre es mit einem Kaffeetratsch mit der neuen Nachbarin? Welche Vereine gibt es in meiner Nähe? Warum fange ich nicht an mit dem Reiten? Welche coolen Tricks könnte ich meinen Haustieren beibringen? Haben meine Kinder Talente, die sie mit meiner Hilfe fördern könnten? Wann habe ich das letzte Mal was gebastelt oder gemalt? Vielleicht sollte ich doch mit dem Gärtnern starten?

Die Möglichkeiten sind, vor allem bei uns in Europa, unendlich – man muss sich nur Gedanken machen und ausprobieren.

Na, konntest du etwas für dich mitnehmen? Das hoffe ich doch! Lass mich gerne wissen, ob und wie du meine Tipps umsetzten konntest. Entweder per Mail, Instagram oder Brieftaube.

Disclaimer: Ich bin weder Psychologin, noch verfüge ich über eine entsprechende Ausbildung. In diesem Beitrag möchte ich lediglich meine persönlichen Tipps zum Thema Stressmanagement weitergeben. Verzeiht mir also bitte, wenn ich manche Begriffe fachmännisch nicht korrekt verwende.